Ausrichtung der Schule

Wir unterrichten selbst kein Shaolin KungFu, orientieren uns aber an den Leitsätzen der Shaolin Kultur mit Ausrichtung auf den Buddhismus geprägt im 5. Jahrhundert durch den Mönch Bodhidharma und dem Gründer des Shaolin Tempels Mönch Futuo. Shaolin bedeutet nicht nur Kampfkunst, sondern auch Heilmethoden des TCM und geistige Schulung mit Meditation, sowie ein sittliches Leben.

So gehen einige Übungen in der chinesischen Bewegungslehre und Kampfkunst, welche wir vermitteln, auf diese Tradition zurück oder beinhalten zumindest Teile davon.

Unser Lehrer Shifu Yin Dang ist Buddhist und hatte 2019 Zuflucht zu Buddha durch die Bodhidharma Chan Gemeinschaft genommen, welche in der Kernlehre des Chan Buddhismus auf der Traditionslinie  Bodhidharmas liegt.



Geschichte der Shaolin 


496 n. Chr. stattete der Kaiser Xiao Wen (孝文帝) (471–499) der nördlichen Wei-Dynastie den in Indien geborenen Mönch Batuo (跋陀), in chinesischen Quellen auch Fotuo (佛陀) genannt, mit Geldmitteln aus, um das Shaolin-Kloster im Songshan-Gebirge in der Provinz Henan zu errichten. Unter der Leitung von Batuo entwickelte sich das Shaolin-Kloster zu einem Zentrum der buddhistischen Lehre. Batuo gründete eine Sutra-Übersetzungshalle (Fanjing Tang - 翻经堂) in der Sutrenübersetzer wie Ratnamati und Bodhiruci Sutren aus dem Sanskrit ins Chinesische übertrugen. Der Ruhm dieser Übersetzungs-Akademie war so groß, dass der buddhistische Pilgermönch Xuanzang(603–664) in einer Petition den Kaiser Taizong (599–649) der Tang-Dynastie bat, im Shaolin-Kloster wohnen zu dürfen. Xuanzang gab als Grund für seine Wahl die Leistungen Bodhirucis an.

Der Legende nach lehrte der indische Mönch Bodhidharma (菩提達摩Pútídámó), Begründer und erster Patriarch des Chan- bzw. Zen-Buddhismus, der um das Jahr 527 in das Shaolin-Kloster kam, die Grundlagen der Shaolin-Kampfkunst, die dann im Kloster weiterentwickelt und tradiert wurden. Während der Tang-Dynastie (618 - 907 n. Chr.) erlangten die Shaolin-Mönche im chinesischen Reich großes Ansehen. An der Stele vom Jahre 728 ist es historisch belegt, dass das Shaolin-Kloster 13 kämpfende Mönche entsandte, um die bedrängte Dynastie zu unterstützen. Als Dank für die guten Dienste, die diese Mönche leisteten, wurden dem Kloster einige Privilegien zugestanden, unter anderem, einige Mönche als Krieger auszubilden.

Von 1368 bis 1644 erlebte das Shaolin-Kloster und seine Kampfkunst, das von der regierenden Ming-Dynastie gefördert wurde, einen enormen Aufschwung. Die Armee des Klosters war etwa 2.500 Mann stark, und die Kampfkünste des Klosters wurden in unzähligen Varianten und Techniken ausgeübt. In diesem Zusammenhang wird auch von der Blütezeit des Shaolin-Tempels gesprochen.

Der Tempel wurde im Verlauf seiner Existenz etliche Male zerstört, geplündert und wieder aufgebaut.

Am bekanntesten ist die angebliche Zerstörung des Tempels in der Qing-Dynastie durch Kaiser Kangxi (1654–1722). Er soll aus Angst vor der Kampfkraft der Mönche den Tempel zerstört und viele Mönche ermorden lassen haben. Tatsächlich war Kangxi wohl eher ein Unterstützer des Tempels, dessen über dem Haupttor des Tempels angebrachte kalligraphische Inschrift noch heute dort hängt.

Die letzte Zerstörung des Klosters erfolgte im Jahre 1928, als verschiedene Kriegsfürsten ihre Streitigkeiten auf dem Gebiet des Tempels ausfochten. Dabei ging ein großer Teil der religiösen Kunstschätze und Schriften des Tempels verloren, und der Tempel wurde nur in kleinen Teilen wieder aufgebaut.

 

Entstehung der Kampfkunst

Die ersten Referenzen auf Zweikämpfe im Shaolin-Kloster finden sich im Xu gaoseng zhuan (Fortsetzung der Biographien berühmter Mönche), das Anfang des 6. Jahrhunderts verfasst wurde. In diesem Werk wird beschrieben, wie ein Mönch namens Sengchou seine Mitmönche zu einem Wettkampf aufforderte. In dessen Verlauf lief er waagerecht an einer Wand entlang, sprang bis unter das Tempeldach und stemmte sehr schwere Gewichte. Außerdem war er mit den Fäusten so flink und behände, dass alle ihm gehorchten und sich ihm unterwarfen. Fraglich ist jedoch, ob man basierend auf diesen Aussagen bereits zu diesem Zeitpunkt von einer Shaolin-Kampfkunst sprechen kann, da noch keine Belege für ein existierendes System bzw. eine spezielle Schule vorliegen.

Die zweite wichtige Persönlichkeit, die häufig mit der Entwicklung der Shaolin-Kampfkunst in Beziehung gebracht wird, ist der indische Mönch Bodhidharma (chinesisch 菩提達摩Pinyin Pútídámójapanisch Bodai-Daruma oder Daruma). Bodhidharma bedeutet „durch die Lehre Erleuchteter“. Der wahre Name dieses indischen Patriarchen ist unbekannt. Er soll sich von 527–536 im Kloster aufgehalten haben. Auch wenn in den Quellen keine direkte Beziehung von Bodhidharma zur Kampfkunst nachgewiesen werden kann, schreibt man ihm die Entwicklung der fünf Tierstile (wuquan) zu. Außerdem wurde eine Schwertform (Damojian), eine Stockform (Damozhang) und die 18 Hände des Luohan (Shiba luohan shou) nach ihm benannt oder auf ihn zurückgeführt.

Weiterhin soll er der Autor der Werke Yi Jin Jing („Transformation der Sehnen und Bänder“, verschiedene Atemtechniken zur Verbesserung der Ausdauer) und Xi Sui Jing („Waschung des Marks“, zur Entwicklung von Selbstdisziplin und innerer Stärke) sein. Die Zuschreibung der Shaolin-Kampfkunst zu Bodhidharma ist von Kampfkunst-Historikern immer wieder als historisch nicht belegbar bezeichnet worden, zuerst von Tang Hao, der 1930 gezeigt hat, dass das Buch Yi Jin Jing, auf dem diese Zuschreibung basiert, eine Fälschung sein könnte. 

 

Prinzipien traditioneller Shaolin Kampfkunst

Shaolin-Kampfkunst wird heutzutage in einer unüberschaubaren Vielzahl von Schulen und Stilen auf der ganzen Welt gelehrt. Traditionell ausgerichtete Schulen versuchen im Unterschied zu modernen Schulen, die sich auf das von China aus propagierte moderne Wushu konzentrieren, folgende Techniken und Prinzipien zu betonen:

  • Shaolin ist eine Kampfkunst, die körperlich anstrengende und repetitive Bewegungsübungen erfordert.
  • Shaolin ist kein Sport. Shaolin hat keine tänzerischen oder pekingoperhaften Momente.
  • Beim Shaolin steht nicht die Selbstverteidigung im Vordergrund, sondern die Bewegungsmeditation. Daher sind einige Übungen nicht auf Kampfsituationen anwendbar, da sie lediglich der Stärkung des Körpers und Geistes dienen.
  • Die Shaolin-Kampfkunst ist eng verbunden mit Wu De, der Kampfkunstmoral.
  • Shaolin kann man nicht als Wettkampf oder als Sparring betreiben, da seine Techniken auf ernsthafte Verletzung oder gar Tötung des Gegners ausgelegt sind.
  • Shaolin hat keine Graduierungen (Dans) wie bspw. verschiedenfarbige Gürtel. Die Schüler lernen und verbessern sich fortlaufend, um ihre Fertigkeiten zu verbessern und nicht, um einen höheren Grad zu erlangen.


Shaolin ist mehr als nur Kampfkunst (Kung Fu). Es ist Mahayana / Chan-Buddhismus und durch diese Prinzipien der Praxis versuchen wir nicht nur, den Körper, sondern auch den Geist zu verändern. Wir versuchen, für uns selbst, aber auch für alle Lebewesen friedlicher zu werden, um ihnen Freundlichkeit und Mitgefühl entgegen bringen zu können.

Amituofo, möge Buddha uns alle erleuchten und inneren Frieden geben

 

Joomla Template by Joomla51.com